Ratgeber für Unternehmen

Link-Audit Vorlage: Backlinks prüfen und Maßnahmen priorisieren

Eine nutzbare Link-Audit Tabelle für KMU: Welche Daten hineingehören, wie Du wichtige Fälle prüfst und daraus konkrete Aufgaben machst.

Ein Link-Audit beginnt oft mit einem Export und endet mit einer langen Tabelle, aus der niemand eine Entscheidung ableiten kann. Diese Link-Audit Vorlage dreht den Ablauf um: Jede Zeile soll zeigen, welcher Verweis wichtig ist, was daran stimmt oder nicht stimmt und wer als Nächstes etwas tut. Du kannst die Felder direkt in Excel, Google Sheets oder einer anderen Tabellenkalkulation anlegen.

Die Vorlage ist für österreichische KMU mit überschaubarem Linkprofil gedacht. Sie ersetzt keine forensische Untersuchung nach einer manuellen Google-Maßnahme. Wenn Du zuerst den Umfang einer professionellen Prüfung einschätzen möchtest, lies den separaten Beitrag zu Link-Audit Kosten und Leistungsumfang.

Die Link-Audit Vorlage: Diese Spalten brauchst Du

Spalte Was Du einträgst Wofür sie wichtig ist
Quell-URL Die konkrete Seite mit dem Link Nur so lässt sich der Verweis später erneut prüfen.
Quell-Domain Die Website des Verlinkenden Mehrere Links derselben Website lassen sich bündeln.
Ziel-URL Die tatsächlich verlinkte Seite Deiner Website Sie zeigt, ob der Link zu einem passenden Angebot führt.
Linktext Der sichtbare Text des Links Er macht falsche oder unnatürlich wiederholte Formulierungen erkennbar.
Kontext Partner, redaktionelle Erwähnung, Profil, Werbung oder unklar Der Grund der Verlinkung ist wichtiger als ein pauschaler Score.
Technischer Zustand Ziel erreichbar, Weiterleitung, 404 oder ungeprüft Defekte Zielseiten sind oft direkt reparierbar.
Relevanz Hoch, mittel oder niedrig mit kurzem Grund Hilft bei der Priorisierung nach Zielgruppe und Thema.
Maßnahme Behalten, korrigieren, prüfen oder entfernen lassen Aus Daten wird eine Aufgabe.
Verantwortlich / Datum Name und nächster Prüftermin Offene Punkte verschwinden nicht in einer Datei.

Für größere Projekte ergänze Felder für Linkattribute, Erstfund, letzte Prüfung, Referral-Besuche und dokumentierte Kontaktaufnahme. Die Grundtabelle soll aber auch ohne kostenpflichtiges Tool funktionieren.

Woher kommen die Links für die Tabelle?

Starte mit dem Bericht „Links“ in der Google Search Console: Exportiere wichtige verlinkte Seiten und verlinkende Websites. Google weist darauf hin, dass dieser Bericht nur eine Stichprobe ist, keine vollständige Liste aller Backlinks. Fehlende Einträge sind deshalb kein Beweis, dass ein Link nicht existiert. Quelle: Google Search Console-Hilfe zum Links-Bericht.

Ergänze Links, die Du selbst kennst: Branchenprofile, Verbandsseiten, Lieferanten, regionale Partner und frühere Presseberichte. Ein Drittanbieter-Tool kann weitere Kandidaten liefern, aber sein eigener Qualitätswert gehört nicht ungeprüft in die Spalte „Maßnahme“. Entferne Dubletten und behalte pro Quell-URL eine Zeile.

Drei ausgefüllte Beispielzeilen

Die folgenden Fälle sind erfunden. Sie zeigen, wie aus einem Fund eine nachvollziehbare Entscheidung wird.

Quellseite und Ziel Befund Nächster Schritt
Partnerbetrieb verlinkt auf /leistungen/ Passendes Thema, Zielseite erreichbar, Besucher können Kontakt aufnehmen. Behalten; nach sechs Monaten erneut prüfen.
Regionaler Artikel verlinkt auf /angebot-2022/ Die alte URL liefert 404, der Inhalt liegt inzwischen unter /angebote/. Passende Weiterleitung prüfen und einrichten; danach Link testen.
Bezahltes Firmenprofil verlinkt auf die Startseite Profilangaben sind veraltet; Vertrags- und Linkkennzeichnung sind unklar. Profil aktualisieren und mit dem Anbieter die Kennzeichnung klären.

Beim zweiten Beispiel ist eine technisch korrekte Weiterleitung nur dann sinnvoll, wenn die neue Seite das frühere Thema wirklich abdeckt. Leite nicht wahllos alle alten URLs auf die Startseite um.

So priorisierst Du ohne Scheingenauigkeit

Vergebe keine magische Punktzahl, die einen redaktionellen Regionalartikel automatisch schlechter bewertet als eine große, aber themenfremde Website. Nutze stattdessen drei einfache Fragen:

  1. Kann der Link echte Interessenten bringen? Passt die Quellseite zum Angebot, Ort und Publikum Deines Betriebs?
  2. Funktioniert der Weg? Ist der Link erreichbar und führt er zu einer hilfreichen, aktuellen Zielseite?
  3. Kannst Du etwas konkret verbessern? Sind Adresse, Angebot, Linkziel oder Kennzeichnung korrigierbar?

Setze Priorität 1 für wichtige, defekte Zielseiten und falsche Angaben auf relevanten Profilen. Priorität 2 gilt für sinnvolle Verbesserungen wie präzisere Zielseiten oder bessere Beschreibungen. Beobachten reicht bei irrelevanten Einzel-Links ohne erkennbares Problem. Diese Einordnung ist eine Arbeitshilfe, keine Aussage über einen geheimen Google-Wert.

Ein 45-Minuten-Audit für kleine Websites

Schritt 1: Die zehn wichtigsten Quellen auswählen

Nimm die bekannten Partner, Verzeichnisse und Erwähnungen, auf denen potenzielle Kunden tatsächlich landen könnten. Ergänze auffällige Funde aus Search Console. Beginne nicht mit Tausenden ungeprüften URLs.

Schritt 2: Jede Quell- und Zielseite öffnen

Prüfe sichtbar im Browser, ob der Link noch vorhanden ist, ob er zur genannten Leistung führt und ob die Seite auf Mobilgeräten nutzbar ist. Bei Weiterleitungen notiere das endgültige Ziel. Halte Änderungen mit Datum fest.

Schritt 3: Eine Maßnahme pro Zeile festlegen

„Schlechter Link“ ist keine Aufgabe. „Alte Angebotsseite auf aktuelle Leistungsseite weiterleiten; Max prüft am Freitag“ schon. Wenn ein Eintrag Deinen Betrieb falsch beschreibt, korrigiere zuerst die Fakten.

Schritt 4: Wirkung nachkontrollieren

Prüfe, ob Reparaturen live sind und ob wichtige Quellen tatsächlich Besucher oder Anfragen liefern. Für die laufende Messung eignet sich das 90-Tage-Dashboard für Backlinks.

Vier Fehler, die ein Audit entwerten

  • Nur Domain-Metriken sammeln: Eine Kennzahl erklärt nicht, ob die konkrete Seite thematisch passt und Nutzer weiterhilft.
  • 404-Zielseiten ignorieren: Ein brauchbarer Verweis nützt Besuchern wenig, wenn sein Ziel nicht mehr erreichbar ist.
  • Jeden unbekannten Link als Gefahr einstufen: Google empfiehlt das Disavow-Tool nur in eng begrenzten Fällen mit erheblichen künstlichen Links und einer manuellen Maßnahme oder einem entsprechenden Risiko. Quelle: Google zur Verwendung von Disavow.
  • Bezahlte Platzierungen ungeprüft lassen: Google empfiehlt für bezahlte Links rel="sponsored" oder nofollow. Ein Audit sollte Vertrag, Darstellung und Kennzeichnung gemeinsam prüfen. Quelle: Google zu ausgehenden Links.

Nach der Bestandsaufnahme: Lücken sinnvoll schließen

Ein Audit zeigt manchmal, dass Dein Unternehmen auf passenden österreichischen Profilseiten fehlt. Ein Eintrag kann die Auffindbarkeit für echte Besucher verbessern, wenn er aktuelle Leistungen, Standort und einen funktionierenden Kontaktweg erklärt. Vergleiche die Eintragsmöglichkeiten auf Businesses.at nach Profilumfang und Zielgruppe. Ein Profil ist eine zusätzliche Präsenz, keine Garantie für bestimmte Suchpositionen.

Häufige Fragen zur Link-Audit Vorlage

Wie oft sollte ich die Tabelle aktualisieren?

Nach Relaunch, Domainwechsel oder größeren Änderungen an Leistungen und Standort sofort. Sonst genügt für viele kleine Websites eine regelmäßige Stichprobe der wichtigsten Quellen.

Muss ich jeden Backlink einzeln bewerten?

Nein. Beginne mit den Quellen, die für Besucher oder Dein Geschäft relevant sind. Viele technische Dubletten können gemeinsam betrachtet werden.

Ist ein hoher Tool-Score automatisch ein guter Link?

Nein. Ein Score kann bei der Sortierung helfen, ersetzt aber weder die Prüfung der konkreten Seite noch den Nutzen für potenzielle Kunden.

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