Backlink-Kurs Österreich – Phase 3 von 15. Diese Serie führt von der Ausgangslage bis zur skalierbaren Backlink-Strategie. Jede Phase baut auf der vorherigen auf und endet mit einem konkreten Ergebnis.
Bevor neue Links geplant werden, solltest Du den Backlink-Bestand prüfen. Ohne Ausgangslage ist später unklar, was neu hinzugekommen ist, welche Zielseiten bereits stark verlinkt werden und ob alte oder fehlerhafte Erwähnungen gepflegt werden müssen. Phase 3 erstellt einen sauberen Baseline-Report.
Welche Datenquellen verwenden?
Google Search Console
Der Linkbericht zeigt eine Auswahl externer und interner Links, häufig verlinkte Seiten und verlinkende Domains. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass der Bericht keine vollständige Liste aller Backlinks ist. Die Daten können als verlässlicher Google-eigener Ausgangspunkt verwendet werden.
Webanalyse
Referral-Berichte zeigen, welche externen Quellen tatsächlich Besucher geschickt haben. Ein Link kann geschäftlich wertvoll sein, auch wenn er in einem SEO-Tool unauffällig wirkt.
Drittanbieter-Tools
SEO-Werkzeuge besitzen eigene Crawler und Metriken. Sie können zusätzliche Links finden, sind aber ebenfalls unvollständig. Behandle Tool-Scores als Vergleichshilfe, nicht als Google-Wert.
Eigene Unterlagen
Prüfe frühere Agenturberichte, Sponsoring, Partnerverträge, Pressearbeit und Firmenprofile. Manche Beziehungen sind bekannt, obwohl sie in keinem Export sauber erscheinen.
Die Baseline-Tabelle
| Feld | Beschreibung |
|---|---|
| Quell-Domain | Root-Domain der verlinkenden Website |
| Quell-URL | konkrete Seite mit dem Link |
| Ziel-URL | Seite auf Deiner Website |
| Linktext | sichtbarer Text oder Bild-Alt-Text |
| Kontext | Profil, Partner, Artikel, Referenz, Verzeichnis |
| Marktbezug | Österreich, Region, Branche |
| Status | aktiv, entfernt, umgeleitet, fehlerhaft |
| Referral-Nutzen | Besucher, Leads oder unbekannt |
| Aktion | behalten, aktualisieren, prüfen, entfernen |
Daten bereinigen
Führe Exporte in einer Tabelle zusammen und normalisiere Domains. Entferne offensichtliche Duplikate, ohne mehrere relevante Quellseiten derselben Domain zu verlieren. Gruppiere URL-Varianten nach kanonischem Ziel, wenn Weiterleitungen oder Parameter existieren.
Prüfe eine repräsentative Auswahl manuell. Automatische Tools können JavaScript, Weiterleitungen, Zugangssperren oder temporäre Fehler falsch interpretieren.
Vier Fragen an den Bestand
Welche Seiten erhalten Links?
Oft konzentrieren sich fast alle Links auf die Startseite. Das ist für Markenprofile normal, kann aber bedeuten, dass wichtige Leistungen und hilfreiche Inhalte kaum externe Signale erhalten.
Welche Quellen bringen echte Besucher?
Sortiere Referral-Sitzungen und Leads nach Domain. Ein kleiner Branchenpartner kann wirtschaftlich wertvoller sein als eine große, aber unpassende Plattform.
Welche Daten sind veraltet?
Suche nach alten Firmennamen, früheren Domains, falschen Telefonnummern und Links auf gelöschte Seiten. Korrekturen können schneller Nutzen bringen als ein neuer Link.
Gibt es auffällige Muster?
Identische kommerzielle Linktexte, viele irrelevante Domains oder plötzliche unklare Linkspitzen verdienen Prüfung. Ein Muster ist nicht automatisch schädlich, benötigt aber Kontext.
Risiken sachlich bewerten
Google ignoriert viele spamartige Links automatisch. Das Disavow-Tool ist kein allgemeines Reinigungswerkzeug und sollte nicht vorschnell eingesetzt werden. Bei einer manuellen Maßnahme oder einem belegten Problem ist fachliche Prüfung sinnvoll. Der Search-Console-Bericht zu manuellen Maßnahmen beschreibt das Vorgehen bei unnatürlichen Links.
Für einen tieferen Prüfprozess hilft der bestehende Backlink-Audit-Leitfaden für KMU.
Die Ausgangskennzahlen
- Anzahl relevanter verlinkender Domains,
- Anteil österreich- oder branchenbezogener Quellen,
- Top-Zielseiten nach verlinkenden Domains,
- Verteilung von Marke, URL und beschreibenden Linktexten,
- Referral-Besucher und qualifizierte Leads der letzten 90 Tage,
- Anzahl fehlerhafter oder veralteter Erwähnungen.
Businesses.at vor der Buchung prüfen
Suche zuerst, ob bereits ein Firmenprofil oder eine ältere Erwähnung auf Businesses.at existiert. Doppelprofile sollten vermieden werden. Ist kein verwalteter Eintrag vorhanden, kann ein neues Profil geplant werden. Basis bietet ein Hauptziel; Pro kann drei unterschiedliche Zielseiten verbinden.
Ergebnis dieser Phase
Phase 3 ist abgeschlossen, wenn eine deduplizierte Tabelle, eine Liste notwendiger Korrekturen und fünf bis acht Baseline-Kennzahlen vorliegen. In Phase 4 werden daraus konkrete Geschäftsziele und KPIs.
Häufige Fragen
Zeigt Search Console alle Backlinks?
Nein. Google beschreibt den Bericht als Auswahl. Kombiniere ihn mit Webanalyse, Drittanbieter-Daten und eigenen Unterlagen.
Muss jeder schlechte Link entfernt werden?
Nein. Bewerte Kontext und tatsächliches Risiko. Viele unbekannte Links werden von Suchsystemen ignoriert.
Wie oft sollte der Bestand geprüft werden?
Für viele KMU reicht eine Quartalsprüfung. Nach Relaunch, Domainwechsel oder auffälligen Veränderungen ist eine zusätzliche Prüfung sinnvoll.
Seriennavigation: ← Phase 2: Österreichische Backlinks: .at, Zielgruppe und Relevanz bewerten · Phase 4: Backlink-Ziele festlegen: Von Sichtbarkeit zu qualifizierten Leads →